Norwegian und Billigflüge auf der Langstrecke: Was du vor der Buchung wissen solltest
Günstige Airlines prägen den Europaverkehr, auf langen Strecken ist das Modell dagegen schwierig. Hier erfährst du, wie Low-Cost-Tarife funktionieren, worauf du bei Norwegian und ähnlichen Anbietern achten solltest und welche Rechte du hast.
Ein günstiger Flugpreis wirkt auf den ersten Blick verlockend. Wer aber schon einmal einen Basistarif gebucht und danach Koffer, Sitzplatz und Verpflegung dazugenommen hat, kennt den Effekt: Am Ende sieht die Rechnung anders aus. Gerade bei skandinavischen Anbietern wie Norwegian lohnt sich deshalb ein genauer Blick auf das Tarifmodell. Dieser Ratgeber erklärt dir, wie Billigfluggesellschaften arbeiten, warum günstige Langstreckenflüge eine besondere Herausforderung sind und wie du für deine Reise den passenden Tarif findest.
Wie Low-Cost-Airlines ihre Preise kalkulieren
Billigfluggesellschaften setzen darauf, ihre Kosten an jeder Stelle möglichst gering zu halten. Typisch sind ein einheitlicher Flugzeugtyp, kurze Bodenzeiten, eine hohe Auslastung und der Verkauf über die eigene Website. Der Grundpreis deckt meist nur die Beförderung mit einem kleinen Handgepäckstück ab. Alles Weitere wird als Zusatzleistung angeboten.
Typische Zusatzleistungen sind:
- Aufgabegepäck und größeres Handgepäck
- Reservierung eines bestimmten Sitzplatzes
- Mahlzeiten und Getränke an Bord
- Flexibilität bei Umbuchung oder Stornierung
- bevorzugtes Boarding
Viele Airlines bündeln diese Leistungen in Tarifstufen. Ein höherer Tarif kann am Ende günstiger sein als ein Basistarif mit mehreren einzeln gebuchten Extras.
Norwegian im Überblick
Norwegian ist eine Fluggesellschaft aus Norwegen, die sich auf preisbewusste Reisende ausgerichtet hat. Das Streckennetz konzentriert sich auf Skandinavien sowie auf Ziele in Europa, darunter viele Sonnenziele rund ums Mittelmeer. Von Deutschland aus erreichst du mit der Airline vor allem nordische Städte, häufig auch als Umsteigeverbindung in andere Regionen.
Eine Zeit lang hat Norwegian auch Interkontinentalflüge zu günstigen Preisen angeboten und damit für Aufsehen in der Branche gesorgt. Dieses Langstreckengeschäft wurde inzwischen eingestellt. Welche Ziele aktuell angeflogen werden, erfährst du zuverlässig nur direkt bei der Airline, denn Streckennetze ändern sich regelmäßig.
Warum günstige Langstreckenflüge so schwierig sind
Auf kurzen Strecken können Billigflieger durch viele Umläufe pro Tag und schnelle Wendezeiten deutlich sparen. Auf langen Strecken fällt dieser Vorteil weitgehend weg. Treibstoff, Personal, Wartung und Gebühren machen einen großen Anteil der Kosten aus und lassen sich kaum drücken. Neue, sparsamere Flugzeuge helfen zwar, gleichen den Unterschied zu klassischen Airlines aber nur teilweise aus.
Für dich als Reisende oder Reisender bedeutet das: Billig-Langstreckenangebote kommen und gehen. Wenn du mit einem solchen Anbieter weit fliegen möchtest, achte darauf, wie gut du bei Flugausfällen abgesichert bist und welche Alternativen es gibt.
Worauf du bei längeren Flügen im Billigtarif achten solltest
Ein Flug von rund vier Stunden in den Süden lässt sich im Basistarif gut aushalten. Bei Flügen nach Afrika, auf die Kanaren oder noch weiter wird Komfort wichtiger. Prüfe vor der Buchung:
- Gepäck: Für einen längeren Urlaub brauchst du meist einen Koffer. Buche ihn gleich mit, denn am Flughafen ist er in der Regel teurer.
- Verpflegung: Wenn keine Mahlzeit inklusive ist, nimm Snacks mit und kaufe Getränke nach der Sicherheitskontrolle.
- Sitzplatz: Reist du zu zweit oder mit Kindern, lohnt sich eine Reservierung, damit ihr zusammensitzt.
- Umsteigen: Bei separat gebuchten Flügen haftet niemand für den Anschluss. Plane großzügige Umsteigezeiten ein oder buche durchgehende Verbindungen.
Gesamtpreis statt Lockpreis vergleichen
Rechne den Endpreis mit allen Leistungen aus, die du wirklich brauchst, und vergleiche erst dann mit klassischen Fluggesellschaften. Bei diesen sind Gepäck und Verpflegung auf manchen Strecken bereits enthalten, auch wenn sich die Tarifmodelle zunehmend angleichen.
Deine Rechte bei Verspätung und Annullierung
Auch bei einem günstigen Ticket gelten die europäischen Fluggastrechte. Die EU-Verordnung 261/2004 greift bei Abflügen aus der EU sowie bei Flügen in die EU mit einer europäischen Fluggesellschaft. Norwegen wendet die Regeln als Teil des Europäischen Wirtschaftsraums ebenfalls an.
Je nach Situation hast du Anspruch auf:
- Betreuungsleistungen wie Getränke, Mahlzeiten und gegebenenfalls eine Übernachtung
- Erstattung des Ticketpreises oder eine Ersatzbeförderung bei Annullierung
- eine pauschale Ausgleichszahlung, deren Höhe von der Flugentfernung abhängt
Bei außergewöhnlichen Umständen, etwa extremem Wetter, entfällt die Ausgleichszahlung. Bewahre Bordkarten und Belege auf und wende dich zuerst an die Airline. Dieser Überblick ersetzt keine Rechtsberatung.
Einreise und Reiseplanung
Gerade bei Zielen außerhalb Europas, zum Beispiel in Afrika, solltest du rechtzeitig prüfen, welche Dokumente du brauchst und ob Impfungen empfohlen werden. Verlässliche und aktuelle Informationen zu Einreise, Gesundheit und Sicherheit findest du beim Auswärtigen Amt. Schau dort kurz vor der Abreise noch einmal nach, denn die Hinweise werden laufend angepasst.
Häufige Fragen
Fliegt Norwegian noch auf der Langstrecke?
Nein, die Airline hat ihr Langstreckengeschäft eingestellt und konzentriert sich auf Skandinavien und Europa. Das aktuelle Streckennetz siehst du auf der Website der Fluggesellschaft.
Ist ein Billigflug immer günstiger als eine klassische Airline?
Nicht unbedingt. Sobald du Koffer, Sitzplatz und Verpflegung dazubuchst, kann der Unterschied gering ausfallen oder sich sogar umkehren. Vergleiche immer den Gesamtpreis.
Gelten die Fluggastrechte auch bei sehr günstigen Tickets?
Ja. Die EU-Verordnung 261/2004 unterscheidet nicht nach Ticketpreis. Entscheidend sind Abflugort, Airline und die Ursache der Störung.
Wann sollte ich Gepäck dazubuchen?
Am besten direkt bei der Buchung oder online vor dem Abflug. Am Schalter fallen in der Regel höhere Gebühren an.


